Big Data in der Elektronikfertigung

Im Rahmen eines Industrieprojektes wird die Anwendung von Big Data in der Elektronikfertigung untersucht. Die Grundlage der so genannten vierten industriellen Revolution bilden Daten. Seit Anbruch des digitalen Zeitalters können praktisch überall und jederzeit Daten erfasst und dauerhaft aufgezeichnet werden, um daraus in Echtzeit Informationen zu generieren. Kritisch ist ab diesem Punkt die richtige Interpretation der Information, um daraus auch praktisches Wissen abzuleiten. Selbst die Erkenntnis, dass die aufgenommenen Daten ungenügend für den angestrebten Einsatzzweck sind, kann als Gewinn von Wissen betrachtet werden, da dann entsprechende Maßnahmen abgeleitet werden können. Das Wie, Wo und Wann kann bei einer Datenerhebung entscheidend sein.

 

Big Data ist nicht nur eine Bezeichnung für die riesigen und tagtäglich generierten Datenmengen, sondern beschreibt damit einhergehend auch die Notwendigkeit, dass passende Algorithmen konzipiert werden müssen, um daraus wertvolle Informationen zu erschaffen. Allen voran waren Versicherungsanbieter und Banken die ersten, die sich mithilfe von Big Data einen Wettbewerbsvorteil geschaffen haben. Im Verlauf sogenannten vierten industriellen Revolution (Industrie 4.0) nutzen zunehmend auch produzierende Unternehmen Möglichkeiten der digitalen Welt.

Unser Team arbeitet aktuell mit der Limtronik GmbH und anderen Partnerfirmen an der Umsetzung eines prädiktiven Modells zur Vorhersage eines spezifischen Fehlers im Herstellungsprozess bei der Bestückung von Leiterplatten. D.h. bevor die eigentliche Fertigung beginnt, soll bekannt sein, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass dieser Fehler und den gegebenen Bedingungen vorkommt. Sollte dabei ein Schwellenwert überschritten werden, könnten vorab (falls möglich) Maßnahmen getroffen werden.

Dazu ist es zunächst notwendig, alle Einflussvariablen zu bestimmen und messbar zu machen. Bereits diese Phase kann längere Zeit in Anspruch nehmen, wenn nötige Sensortechnik nicht vorhanden ist. Weiterhin ist ein Konzept nötig um die erfassten Daten zweckmäßig zusammen zu führen. Sind diese Vorbereitungen abgeschlossen können erste mathematisch, statistische Modelle angewandt werden. Diese müssen in der Praxis validiert oder wenn nötig angepasst werden.

Durch das gezielte erfassen und auswerten von Daten können Produktionsabläufe transparent und berechenbar gemacht werden. Die daraus entstehenden Informationen bilden damit die Grundlage für einen klaren Wettbewerbsvorteil.

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